80km pro Stunde – Besser weglaufen

In uns allen schlummert vielleicht der Wunsch einmal zu erfahren, ob Aikido auch in einer „wirklichen“ Auseinandersetzung funktioniert. Unser Rat:

Vermeidet Auseinandersetzungen wie die Pest. Besser weglaufen! Am besten 80km/h.

Manch einer wird jetzt vielleicht lachen, weil er sagt: was sind das für Lehrer, wenn die ihren eigenen Schülern raten, besser wegzulaufen! Aikido scheint ja super zu funktionieren.

Der wahre Sieg – Besser weglaufen

Dazu kann man nur sagen: Der wahre Sieg bedeutet nicht zu Kämpfen. Und wenn man dazu um Entschuldigung bitten muss, dann sollte man es tun. Wenn man dafür sein Handy abgeben muss, dann sollte man es tun. Nicht weil man nicht gut ausgebildet wäre, aber jeder Kampf birgt ein großes Risiko sich zu verletzten oder zu sterben. Und was Aikido wirklich kann, liegt jenseits des Kampfes. Es kann einen Menschen aus Dir machen, kann viele gute Dinge wie Respekt, Güte und Demut (allen Fernsehspots zum Trotze) lehren und kann vor allem eines: Deine Aufmerksamkeit schulen.

Aufmerksamkeit vermeidet Kampf

Die Aufmerksamkeit ist wohl das höchste Gut, um Gefahren aus dem Weg zu gehen, sie früh genug zu erkennen, eine gefährliche Situation zu beruhigen oder auch im unvermeidbaren Kampf einen Vorteil zu haben.

Wer aber wirklich wissen möchte, warum man besser nicht kämpft, der mag den unten empfohlenen Artikel lesen. Uns wurde er von Helmut nahe gelegt und wir danken dafür sehr!

Realistische Selbstverteidigung von Geoff Thompson >> (Rubrik „Gäste“)

10 Kommentare

  1. Im großen und ganzen muss ich diesem Beitrag zustimmen, nur in einem Punkt möchte ich gerne widersprechen. Auch ich habe das Ausüben einer Kampfsportart gelernt und glaube im Fall des Falles mich verteidigen zu können. Und dennoch würde ich immer versuchen eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Aber wenn mir jemand etwas böses will und mich bekaluen möchte, würde ich zuerst abwegen welche Gefahr von der Person ausgeht. Hat er eine Waffe dabei, würde auch ich klein bei geben und nichts riskieren, aber wenn wir allen Kampflos unser Eigentum überlassen, motivieren wir solche Arschöcher nur noch mehr zu solchen Straftaten. Auch wenn man immer an sein eigenes Leben denke solte, kann man nicht jedem Kampf aus dem Weg gehen. Sowohl körperlich als auch verbal.

  2. Andreas Modl

    Hallo Freunde des Budo…
    ich habe des öfteren Lehrgänge bei Larry besucht und trainiere auch heute noch Aikido :-) Allerdings muss ich zugeben das ich auch in anderen Budokünsten nicht ganz unbefleckt bin. AKS-Karate 7. Dan, Wado Ryu 6. Dan und Kobudo 2. Dan und auserdem noch in weiteren Budokünsten Danträger bin. >Mein ganzes Leben studiere ich nun diese Künste….
    Meine Schlaggeschwindigkeit beträgt Lichtschrankenmessung 256 km/h mein Auflag beim vollgedrehten Fußtritt (Ushiromawashigeri)) 21 Zentner pro Quadratzentimeter Aufschlag. Larry sagte einmal bei einem Lehrgang zu mir. Verteidige Dich und ich fragte „Egal wie.??“ Seine Antwort Ja.. Meine drei Trainingspartner wussten mit dieser Karategeschwindigkeit und Power überhaupt nichts anzufangen. In weniger als zwei Sekunden waren alle drei ausgeschaltet. Larrys Kommentar….ähhhh, grumpf und das wars…

    Meine Meinung zum Kampf und dem was für uns alle wichtig sein sollte.
    Versteift euch nicht auf eine Sache, der Garten des Budo hat viele schöne Blüten, riecht an ihnen und nehmt auf was ihr findet und kriegen könnt.
    Man kann nicht jedem Kampf aus dem Weg gehen, es gibt Leute die wollen es einfach wissen. Diese Leute muss man gnadenlos und knallhart in ihre Schranken weisen. Ich habe lange Spezialeinheiten im Thema Nahkampf ausgebildet, US Navy Seals, Green Berats und Anti Terroreinheiten der US Army und der Britischen Rhein Army. Glaubt ja nicht das man solche Menschen mit Worten ausschaltet. Die Jungs des britischen SAS sind alles ander als zimperlich. DIE wollen es wissen und DIE sind richtig gut. Nix mit OMMMM oder irgendwelchen anderen Philosophischen Gebrabbel. Entweder DU kannst Dich wehren oder Du kannst es nicht und Dein Dangrad ist dann völlig irreal. Mein Tipp…lernt, seht und nehmt auf, versteht und begreift, was nicht immer einfach ist. Fragt auch solche irren wir z.B. mich und kommt auf unsere Seminare. Es ist eine völlig andere Welt. Auch ich musste das lernen, aber ich habe keine Probleme damit gehabt. Reynosa und Segal haben mir Ansichten vermittelt die mir bis dahin auch fremd waren. Als ich zu Larry kam hatte ich bereits den sechsten Dan, aber hindert einen so was zu lernen und zu sehen?? Nein und das ist alles was zählt.
    Moglicherweise sehen wir uns ja einmal auf einem LG, seht auf die Webseite ihr seit uns wirklich willkommen.

    Liebe Grüsse im Sinne der Kampfkunst

    Andreas Modl

  3. Peter Roskothen

    Hallo Andreas,

    ich habe lange überlegt, was mich an Deinem Kommentar stört und was mir gefällt:
    Wer einen Kommentar in eine fremde Webseite setzt, die irgendwie nicht wirklich auf den Artikel eingeht, der macht mich stuzig. Dazu kommen das viele Eigenlob über DANs, Trainings mit Seals (also professionellen Tötungsmaschinen), Geschwindigkeiten und Trainings mit „Larry“,. Der Mann heißt überall auf der Welt „Reynosa Sensei“ und nicht Larry. Er bittet um diese Anrede und ich finde Deine Art über ihn zu reden schlicht unverschämt. Und dann gibt es noch andere Respektlosigkeiten von denen ich nur annehme, daß sie Dein Ego befriedigen. Bis hin zur Eigenwerbung mit Link. Insgesamt also der deutlche Hinweis, daß Du von Budo nur wenig verstanden hast.
    Die gute Seite ist, zum einen, daß Du offenbar (wenn man Deinen Worten glauben darf) etwas Technisches drauf hast und noch viel wichtiger: Daß Du ehrlich zu sein scheinst. Denn die hemmungslose Art wie Du alles erzählst lässt auf Ehrlichkeit schließen. Sei mir deshalb bitte nicht böse wegen meiner ehrlichen Worte. Vielleicht meinst Du es nicht böse, aber es kommt verdammt komisch bei mir an.

  4. Andreas Modl

    Hallo Peter,
    nein natürlich meine ich es nicht böse und auch möchte ich mein Ego nicht befriedigen. Ich habe nur wiedergegeben was ich empfunden habe. Das alles hat jetzt zwar nichts mehr mit dem Beginn zu tun, könnte aber ganz unterhaltsam sein. Larry (und so nenne ich ihn auch weiter, das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun) hat meiner Meinung nach eine technische Akido Brillianz die seines gleichen sucht, keine Frage. Aber nehmen wir Beispielsweiese Heinrich Reimer 7. Dan AKS, 6. Dan Wado Ruy oder auch mich selbst. Sein Name ist Heinrich und meiner Andreas. Nicht Sensei Heinrich oder Sensei Andreas…Dein Name ist Peter. Reicht uns das nicht?? Auf einer unsere Webseiten steht ein Kommentar über Larry der da lautet:

    Sgt 1st Class Charles Krum / AKS-Karate. Familienmensch, Patriot, Soldat und Bibelfester Weltenbürger.

    Larry Reynosa, / Makoto Kyukai Aikido. Technisches Genie, lebt in einer anderen Zeit

    Hinorio Othsuka der II. / Wado Ryu. Kein Kommentar

    Karl-Heinz Kiltz / Wado Ryu, Ju Jutzu, Judo. Die Bauernschläue in Person

    Die anderen stehen nur mit dabei, um zu sehen wie dieses „Bewertungssystem“ so aufgebaut ist. In dieser Liste stehen Menschen die mich persönlich in meinem bis jetzt 43 Jahre andauernden Budoleben besonders beeindruckt haben. Wie Du siehst steht Larry dabei und glaub mir, mich haben nicht viele wirklich beeindruckt.
    Was dieses „lebt in einer anderen Zeit“ bedeutet möchte ich gern erklären, wenn Du erlaubst. Was mich auf seinen LG`s „gestört“ hat war…das er zu wenig auf die Menschen eingegangen ist und mehr die Tradition von Befehl und Gehorsam gesehen hat, schade. Es ist völlig unerheblich wer oder was wir sind, wir alle verschwinden relativ schnell im dunkeln der Zeit. Mein Dangrad oder meine Dangrade sind völlig unerheblich, entscheidend ist was ich meinen Schülern gegeben habe. Wenn ich einem Anfänger gegenüberstehe, mit dem 9. Kyu, ist er zwar ein Schüler der mir um Jahrzehnte hinterher hinkt, aber als Mensch völlig gleichberechtigt. Im Dojo, als auch privat. Ich als Lehrer habe diesem Menschen gegenüber keinerlei Vorsprung. Jeder soll mit Respekt behandelt werden und mit nichts anderem. Was ich mit diesem zugegebenermassen in Kampfkunstkreisen oft kritisierter Einstellung sagen möchte, ist folgendes und ich gebe auch ein reales Beispiel.
    Dieses ganze Sensei Gehabe geht mir persönlich echt auf den Keks und wir haben in unseren Kreisen einige Jahre gebraucht das auch den Japanern hier in Deutschland abzugewöhnen (es hat übrigens funtioniert) Nun zu Larry. Nach einem Lehrgang in Lübecke saßen wir Abends in einer öffentlichen Gaststätte, Essen, plaudern was man da so macht. Es gab denn nun auch einige Raucher die auch geraucht haben. Larry schickte einen seiner Schüler herum der folgendes sagte: Sensei wünscht das hier nicht geraucht wird…..macht eure Zigaretten aus!!

    Punkt eins, na das soll er mal dem Bauern der dort sein Bier trinkt erzählen, der wird ihm dann schon beibringen was er davon hält.
    Punkt zwei, die Schwarzgurte haben sich unauffällig nach draussen begeben und heimlich wie Schulkinder hinter dem Haus geraucht….bitte sind wir im Kindergarten????
    Meine Reaktion, paß mal auf Kollege, wir sind hier in unserem Privatleben. Gerne richte ich mich im Dojo nach dem was Larry wünscht. Aber in meinem Privatleben hat er mir nun wirklich gar nichts vorzuschreiben. Wenn es ihm nicht gefällt das hier geraucht wird, soll er entweder in eine andere Kneipe gehen oder in sein Hotel.

    Das ist es was ich meine, auch das ist überhaupt nicht böse gemeint, aber wenn gestandene Menschen sich in ihr Privatleben von „mir“ hineinreden lassen würden, finde ich das zumindest bedenklich.
    Was das technische betrifft:
    Makoto ist das effektivste Aikido das ich kenne. Aber genau wie auch meine Stile hat es Schwachstellen. Diese sollte man durch das hinzunehmen anderer „Weisheiten“ auffüllen. Nicht mehr wollte ich sagen.

    Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Training :-) Aber bleibt immer ihr selbst.

    Liebe Grüsse Andreas Modl

    Wen die Liste der Kommentare interessiert hier der Link:

    http://www.aks-germany.de/index.php?id=27

  5. Peter Roskothen

    Hallo Andreas,

    ich denke Du bist sicher ein Guter. Wenn mir jemand in einem Kommentar aber Schlaggeschwindigkeit und Dan-Grade um die Ohren haut werde ich immer stuzig.
    Der Kindergarten ist relativ. Wenn Du mit Reynosa-Sensei zusammen bist, ist es nie privat. Es ist immer Aikido. Er lebt Aikido. Und wenn Du mit ihm ausgehst, dann ist jede Minute eine Prüfung. Ich denke das ist die ehrlichste Art von Budo, es immer und überall zu leben. Wenn jemand der Budo macht raucht, dann hat er sowieso ein Problem. Über kurz oder lang fehlt im die Luft und er hat sich nicht unter Kontrolle. Das ist das Schlimmste bei der Sache. Wenn Du Budo länger machst, dann bezweifle ich, daß Rauchen möglich ist. Ich will das keinesfalls jemandem vorschreiben, aber ich sags mal so wie ich es denke.
    Das mit der Einmischung ins Privatleben ist tatsächlich ein Problem. Ich denke auch, daß es nicht dazu gehört. Und Du hast Recht: es erinnert an eine alte Zeit. Man muß heute Budo unter den jetzigen Umständen machen. Unsere Lehrer von früher hatten auch das Gefühl sich ins Privatleben, sogar ins Arbeitsleben ihrer Schüler einmischen zu müssen. Das ging so weit, daß sie verlangten den Job, der fünf Monate länger fest gebucht war als die Budogala, für die Gala sausen zu lassen. Jeder vernünftige Mensch wird an der Stelle sehr skeptisch. Aber man macht gewisse Kompromisse und man kann es nicht kritisieren, weil es in dem Moment respektlos ist. Es ist nicht Dein Dojo, nicht Dein Lehrsystem. Du kannst nur mitmachen oder gehen. Ich bin gegangen.
    Wenn Du das auf Sensei überträgst, dann mußt Du mit dem Rauchen draußen weitermachen, um sein Budo zu lernen. Das ist ein sehr kleiner Kompromiss im Leben. Damit kann jeder leben. Außerdem hat er nicht den Menschen im Restaurant das Rauchen verboten. Das würder er sicher nicht tun, sondern seinen Schülern. An der Stelle zeigt sich ob man sein Schüler ist oder nicht. Und ich denke aus der Art wie Du „Larry“ sagst und seine Forderung als Kindergarten kritisierst, bist Du nicht sein Schüler und warst es auch nicht. Du hast sein Training mitgemacht, aber Du warst nicht sein Schüler. Und das ist nur eine neutrale Feststellung, keine Kritik.
    Übrigens wir lassen uns auch nicht mit Sensei anreden, sondern beim Vornamen. Ich habe oft erlebt, daß sonst so eine Art Überwahrheit aufgebaut wird. Das ist der größte Quatsch bei der Sache. Da gibt es viele Lehrer, die glauben nur ihre Meinung und ihr Budo wäre das Richtige (nicht Reynosa-Sensei). Die haben meist aufgehört von Ihren Schülern zu lernen. Auch dann, wenn oft das Argument kommt: es heißt nur Lehrer auf Japanisch. Nein, es ist schon eine Art Respektsbekundung. Ich verstehe woher das kommt und Respekt ist auch richtig, aber in jedem Falle zu jedem. Vor allem gegenüber Menschen, die man sonst gerne abwertet. Es genügt auch seine Lehrer mit dem Vornamen anzureden. Da gebe ich Dir völlig Recht. Aber wenn Du Reynosa´s Schüler bist geht das nicht. Er fordert von Dir das Sensei und ich nutze es gerne, denn ich respektiere das. Trotzdem habe ich meine eigene Werteordnung und Moral und überprüfe die auch während seines Trainings immer. Ich lehne z.B. seit 2007 sein Randori ab. Reynosa-Sensei respektiert das. Der Mann hat wirklich etwas verstanden im Leben. Reynosa-Sensei lässt durchaus auch andere Wahrheiten und Ansichten zu, respektiert diese und lebt damit.

    Darüber hinaus würde ich Dich gerne jederzeit kennenlernen. Und ich denke wir sind auf der gleichen Linie, einfach nur mit unseren persönlichen Ansichten und Wahrheiten. Ich respektiere Deine sehr und mag Deine ehrliche und offene Art.

  6. Andreas Modl

    Hallo Peter,
    wirklich gute Antwort. Das Du das Randori ablehnst finde ich spannend (auch ich fand das nicht immer so prickelnd) allerdings haben wir in unserem AKS- Stil im Prinzip das selbe, es heißt nur Tai Sabaki und wird bei den höheren Prüfungen als Ausweichübung verstanden. Ausserdem wird es bei uns nicht bis zur totalen Erschöpfung gefordert. Wenn Du es mal sehen möchtest auf diesem kleinen Video sieht man es neben allen Möglichen Würfen und SV Übungen. Dieses Video wurde von einigen Schülergraden mal so aus Spaß zusammengestellt und es sind alles Szenen aus verschiedenen Prüfungen, könnte mal ganz interessant sein. :-)

    Was ein kennenlernen betrifft, so was finde ich immer gut, man lernt nie aus und ausserdem ist es immer mal ganz schön was mit neuen Leuten zu machen. Falls Du oder ihr mal Lust habt das sind zwei spannende Sachen.

    Budomeeting, Reimer 7. Dan, Reinecke 8. Dan, Modl, 7. Dan Twinning 7. Dan u.a. Danprüfungen AKS-Karate und Wado Ryu Dort wird auch ausgibig Kobudo geübt ( Bo, Sai, Tonfa und Hanbo) ist sehr nett der Lehrgang.

    Falls ihr Reiselustig seit, vom 2-9 Oktober haben wir ein Spanientreffen. Ihr könntet euch ganz zwanglos anschließen und natürlich im Tatamidojo auch euer ganz eigenes Training machen. Die Organisation des ganzen könnt ihr ja über uns nutzen.

    Spanien wäre wirklich nett, wobei die Lehrgangsgebühren für euch natürlich entfallen würden, da ihr ja selbst was machen könnt.
    Tja die Einladung steht, habt ihr was spannendes immer her damit möglicher Weise passt es ja mal. Würde mich freuen.

    Greets Andreas

  7. Francisco

    Hallo Andreas,

    Mein Name ist Francisco, ich bin Schüler bei Peter und Geraldine in Shingen Dojo und lerne dort Aikido. Beim Lesen Deiner Kommentare sind mir einige Sachen eingefallen, zu denen ich auch gerne Stellung beziehen möchte.

    Ich verstehe immer noch nicht, warum Du dich weigerst, Reynosa Sensei mit diesem Titel anzusprechen. Dass er ein Mensch ist wie Du, Peter und ich ist uns allen schon klar aber ich treffe nicht meinen Hausarzt in der Bäckerei und rede ihn mit „Hans Peter“ an, er IST und bleibt Herr Dr. Müller, tust Du das etwa nicht? Wenn nicht, warum machst Du da einen Unterschied? Du schreibst, Du machst Budo seit 43 Jahren hörst Dich aber an, wie jemanden, der dieses Protokoll entweder überhaupt nicht kennt, nicht respektiert oder für unwichtig hält, und ich kann das bei Deinem von Dir hier präsentierten Lebenslauf wirklich nicht nachvollziehen…

    Dass Du deine eigene Vorstellung hast, wie die Leute anzusprechen sind ist schön und gut aber man muss sich manchmal auch der Welt anpassen, in der wir leben und nicht erwarten, dass sich die Welt UNS anpasst. Ich kam nach Deutschland vor 12 Jahren und musste auch auf gewisse „Regeln“ achten, die mir fremd waren. Anders als in meinem Heimatland (Spanien) ist hier ein Universitätsprofessor auch mit „Herr Prof.“ anzusprechen (wenn er darauf besteht, natürlich) und das gilt inner- und außerhalb des Universitätsgebäudes…

    Wenn Reynosa Sensei verlangt, dass Leute in einer Raucherkneipe aufhören zu rauchen, das finde ich, genauso wie Du, schlicht und einfach falsch. Wenn er das von seinen Ukideshi verlangt finde ich das aber richtig. Genauso wie keiner auf die Idee kommen würde, in einer NICHT-Raucher Kneipe eine Zigarrete anzuzünden, soll jeder, der bei Reynosa Sensei Aikido lernt auch nicht rauchen, der Kerl kann so viele Bedingungen stellen wie er will, keiner ist dazu gezwungen, bei ihm zu trainieren und die Regeln, die bei ihm gelten, sind allen im Vorfeld wohl bekannt. Wenn Du Aikido lebst kann ich auch nicht nachvollziehen wie Du dann Training- vom Privatleben unterscheiden willst. Ein Extrembeispiel: wenn einer zu Hause seine Frau schlägt, ist bei Reynosa Sensei sicherlich auch nicht willkommen, was heißt dann hier „Privatleben respektieren“? Denn Aikido ist viel mehr als eine Kampfkunst, es ist auch ein Lebensstil und bei ihm gelten dafür gewisse Voraussetzungen, mehr ist das nicht. Wenn er in seinem Dojo Schwarzgürtelträger hat, die hinter seinem Rücken rauchen, dann sind diese Kerle meiner Meinung nach doch Kindergarten reif, nicht aber Reynosa Sensei…

    Eine letzte Kritik: ich finde einige Deiner Ansätze höchst widersprüchlich: auf der einen Seite findest Du dass „Dieses ganze Sensei Gehabe geht mir persönlich echt auf den Keks“ aber erlaube mir bitte eine Frage: was sollen wir (die Dich als Menschen persönlich nicht kennen) von Deinem „9 Dan-Schlaggeschwindigheit-GI Training-Gehabe“ halten? Ich finde, Deine Präsentation in einer für Dich unbekannten Dojo-Seite ist nicht gerade sehr glücklich gewesen und steht nicht im Verhältnis zu Deinen jahrelangen Budo- und Menschenkenntnissen, die Du uns (übrigens interessanterweise) beschreibst.

    Nur meine Meinung

    Liebe und respektvolle Grüße

  8. Andreas Modl

    Hallo Francisco,
    zunächst war mit meiner Vorstellung und der Möglichkeit das zu recherchieren nichts weiter beabsichtigt, das der Leser zumindest die Vorstellung hat das ich weiß wovon ich rede. Hätte ich geschrieben „Guten Tag mein Name ist Andreas ….“ Wäre diese Diskussion sicher gar nicht erst entstanden. Die Leser hätten es vermutlich abgeheftet und gut.
    Wie dem auch sei, das Protokoll von dem Du sprichst, ist mir durchaus seit vielen Jahrzehnten bekannt. Ein akademischer Titel ist es völlig anderes als „Sensei“ , das hat im normalen Leben wirklich nichts zu suchen. Wenn ich es innerhalb der Budowelt nicht mag, kann ich es geschickt umgehen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich es seltsam finde. Besonders für Europäer, oder besser Nichtjapaner (bei denen könnte ich es ja noch nachvollziehen). Aber auch unseren japanischen Freunden haben wir den Personenkult und nichts anderes ist so etwas letzten Endes, abgewöhnt. (es geht um die Sache und nicht um einen Einzelnen) Wie Du sagst man muss sich den Sitten eines Landes anpassen. Da wir aber in Deutschland leben, hat meiner/unserer Meinung nach so etwas hier auch nichts zu suchen.
    Wenn Du das gut findest und es wünscht, ok das ist ja dann wieder Deine Entscheidung.
    Nur weil ich Aikido, Karate oder sonst was betreibe, heißt es nicht gleich alles ohne wenn und aber zu akzeptieren oder auch mitzumachen.
    Meine Meinung ist einfach, das die Zeiten sich völlig geändert haben und fast nichts mehr so ist wie es wahr. Deshalb ja auch zu Larry der Kommentar „Technisches Genie, aber lebt in einer anderen Zeit“
    Vieleicht ist es ja an euch oder sogar Dir, ihn auf diesem Gebiet an die Hand zu nehmen und in die neue Zeit zu „importieren“ :-)
    Ich gebe noch ein kleines Beispiel was wir selbst als Budokas sehr befremdlich fanden. Larry steht vor Schülern und erklärt ihnen etwas. Am Ende seiner Erklärung hauen die Jungs sich auf den Boden und verbeugen sich im Sasen.. Ok, wir würden dem Lehrer kurz zunicken und gut. Uns aber sicherlich nicht so auf den Boden werfen. Was solls wers mag soll es tun, wir eben nicht. Auch das hat etwas mit Respekt und Toleranz zu tun. Ich hoffe Du verstehst was ich meine.

    Liebe Grüsse

    Andreas

  9. Francisco

    Hallo Andreas,

    Erstmal vielen Dank für deine Antwort auf meine Kommentare. Deine Sicht der Dinge ist sicherlich nicht verkehrt, ich denke nur etwas abweichend anders.
    Ich weiß nicht, ob ein akademischer Titel anders ist als „Sensei“, warum? Weil der letzte nicht von einer Universität verliehen wird…? Ich finde, jemand, der sein Leben lang dem Budo und seiner Lehre gewidmet hat verdient einen „Sensei“ Titel viel mehr als einer der 5 Jahre lang in etwas promoviert hat und sich (wohl bemerkt überall, nicht nur auf seinem Arbeitsplatz) „Herr. Dr.“ nennen lässt, aber für diese Diskussion gibt es sicherlich keine richtige Antwort…

    Man muss sich den Sitten eines Landes anpassen, da sind wir uns einig. Übrigens, einige Sitten sollten wir uns Europäer den Japaner besser abgucken, ich weiß auch wovon ich spreche, denn ich arbeite seit 7 Jahren bei einer Japanischen Firma und habe seitdem 8 Stunden am Tag mit Japanern zu tun. Allerdings reden wir von Aikido und Aikido wurde von Japanern erfunden, deswegen werden z.B. die Techniken mit einem japanischen Name gelernt (wie ich deinem ersten Artikel gelesen habe tust Du bei Karate das auch). Du meinst, wir sollten Aikido dann „europäisieren“ weil wir nicht in Japan sind? Oder etwa die intern geltenden Regeln abändern? Und wo würden wir denn die Grenzen ziehen? Wenn das jedem überlassen wäre, würde das Ganze meiner Meinung nach ins Chaos versenken, denn einem würde das Grüßen nicht gefallen oder eine neue Grußart einführen wollen, der andere kommt und geht vom Tatami nach Lust und Laune, man sitzt in einer Reihe, warum? Jeder soll Platz nehmen wo es ihm gefällt, warum ein GI tragen? Einer findet es bestimmt bequemer in Jogging Hose zu trainieren, usw.

    Dass bei Aikido (entschuldige, ich rede nur von Aikido weil ich nur Aikido lerne) gewisse Regeln gelten finde ich O.K. und vermag dem Lernprozess ein wenig Disziplin, ich glaube persönlich, dass solcher Rahmen für jede Kampfkunst geeignet ist. Vielleicht diskutieren wir gerade über das alte Thema Tradition vs. Erneuerung, ich weiß es nicht. Ich für mich ziehe es vor, Aikido so zu lernen wie es (noch nicht vor langer Zeit) kreiert wurde (ich rede nicht von den verschiedenen Schulrichtungen, sondern von dem allgemeinen Rahmen), momentan reicht es für mich völlig, vielleicht wenn ich ein gewisses Alter und Können erreiche (wenn überhaupt!) denke ich anders, mag sein…

    In diesem Sinne
    Liebe Grüße aus Düsseldorf!

  10. Andreas Modl

    Hallo Francisco,
    Du bist nicht anders :-) Du hast diese Art zu sein nur für Dich gefunden, das ist gut so. Wenn Du sehr viel mit Japanern zu tun hast weißt Du ja das ihre Sicht die Dinge zu sehen anders ist. Das ist gut für Japaner, den es ist ihre Sicht der Dinge.
    Wenn Du einmal unsere Webseite besuchen (www.aks-germany.de) möchtest und so ein bißchen stöberst, wirst Du andere Sichtweisen erkennen. Z.B auch die der mittelalterlichen Europäischen Kampfkunst die ganz anders ist und war. Sicherlich aber genau so gut und mit Sicherheit genau so effektiv.
    Das alles ist doch nur Geplänkel wir Europäer können die japanische Sichtweise möglicher Weise „einigermassen verstehen“ aber sie Leben? Nein das wäre unehrlich wir sind nur dann wirklich gut, wenn wir wir selbst sind und sein können, davon bin ich überzeugt.
    Ein Satz den einmal ein wirklich großer Karate „Sensei“ gesagt hat. Hmmmm, eure Trainingsmethoden sind im Vergleich zu unseren sehr anders, wie ihr miteinander redet und umgeht ist mir völlig fremd… Aber ich muss zugeben es ist unglaublich effektiv. Teruo Terukazu Kono 8. Dan Hanshi Wado Ryu 8. Dan Hanshi Shindo Yoshinryu Jiu Jiutzu Kenpo, Sonderbotschafter des Japanischen Kaiserhauses im Jahr 1998 zu Andreas Modl in Hamburg.

    Liebe Grüsse und hoffentlich treffen wir „Budoirren“ uns mal. Ihr bringt den „Ernst der Lage“ und ich ein bißchen „Spaß“. Wir treffen uns in der Mitte und haben eine tolle Zeit.

    Euer Andreas

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte eingeben um Spam zu verhindern*: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Scroll Up