Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Das Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei wäre niemals möglich gewesen ohne das aktive Engagement von Sensei, Christian und uns allen. Dafür vor allem einen herzlichen Dank an Sensei und an Christian, der die ganze Mühe mit der Organisation hatte. Aber auch an alle die hingefahren sind, sich aufgemacht, alles andere in der Prioritätenliste nach unten gepackt,das Geld investiert haben, die so viel Schweiß und Energie einbringen! Das Seminar ist nur mit Eurem Engagement möglich gewesen.

Was ist passiert bei dem Seminar im Juli 2011? Es gab ganz viele Eindrücke und alle von uns haben sicher etwas anderes gesehen und verarbeitet. Dennoch gibt es auch einen roten Faden, der uns alle verbindet und uns immer wieder inspiriert: Aikido. Wie übersetzt man das jetzt? Aiki ist die Harmonie der Energie. Do ist der Weg den wir gehen oder der Anspruch, den das Ganze an uns stellt? Zusammen ergibt sich eine unendliche Möglichkeit der Interpretation und der Worte, wie man Aikido erklären kann. Auch mit einem Wort wie Kampfkunst oder noch besser Kampfvermeidungskunst oder der Weg des friedvollen Kriegers kann man es umreißen, ohne es jemals in seiner ganzen Bedeutung beschreiben zu können. Jeder von uns sieht etwas anderes und versteht etwas anderes unter Aikido. Und doch ist Aikido Aikido! (Zitat Fujita-san)

Was wir mit Sensei erlebt haben, ist eine große Chance, uns selber kennen zu lernen. Was geht, wenn nichts mehr geht? Oder besser: Was geht wenn nichts mehr zu gehen scheint? Kommt dann noch der Überlebenswille? Ist da noch Energie? Ein Fünckchen Energie? Jeder hofft, daß er mit Hilfe von Aikido einen Angriff im reellen Alltag überleben kann. Und wir sind überzeugt, daß wir eine große Chance haben!

Wir alle haben gelitten in diesen zwei Tagen. Entweder aktiv als Prüflinge oder als Uke, oder passiv mitgelitten mit den Nage und Uke, die da geprüft wurden. Uns allen ist klar geworden, daß das kein Wunschkonzert ist, was da vorne abgeht und nichts mit einem Spiel zu tun hat. Es ist bitterer Ernst unter Dojo Bedingungen. Was draußen passieren kann ist bei weitem härter und kann mit dem Tod enden. Das ist uns nicht zuletzt auch bei allen drei Prüfungen klar geworden. Eine sehr wichtige Lektion und das kann man positiv verarbeiten, indem man sich aufmacht noch ehrlicher anzugreifen, noch ehrlicher zu üben und vor allem noch intensiver. Schließlich war das gesamte Seminar eine große Motivation es noch besser zu machen, noch intensiver an sich zu arbeiten. Uns hat es extrem inspiriert und alles was wir seitdem möchten, ist üben, üben, üben. Geht Euch das auch so?

Durch das Seminar ist uns allen sicher klar geworden, daß der Weg mit Reynosa-Sensei und den MAK Senseis nicht der einfachste ist. Es ist einer der schwierigsten Wege, die man im Aikido oder im Budo gehen kann. Gefüllt von vielen Anforderungen und Schwierigkeiten ist man gezwungen viel Energie in das Training zu stecken und viel Zeit zu investieren. Das ist alles einfach, wenn man sieht wie wunderbar Aikido funktioniert und seine eigenen Prioritäten in diese Richtung verschieben kann. Eine der wichtigsten Botschaften, die Sensei uns mitgibt, ist daß wir alle diese Möglichkeit haben uns nicht schlagen, erstechen oder erschießen zu lassen. Wir können lernen es zu überleben. Da ist diese Möglichkeit für uns alle richtig gut zu werden!

Sensei hat schon für seine erste Dan-Prüfung den Anspruch, daß man Experte sein muß und die Angriffe überleben können muß. Das heißt, daß man den Angriff mit einem Tritt oder Schlag überleben können muß und den Angreifer danach unter Kontrolle bringen kann. Danach hat man die Wahl.

Es sind drei Schritte:

  1. Den Angriff überleben
  2. Den Angreifer unter Kontrolle bringen
  3. Die Wahl was man danach mit dem Angreifer macht

Wie schwierig das ist, konnten wir alle sehen und natürlich hat jeder Respekt für alle diejenigen, die sich einem Seminar stellen und einer Prüfung stellen. Vermutlich hatten viele von Euch Respekt vor dem Seminar, vor allem jene, die zum ersten Mal ein solches Seminar mitgemacht haben. Aber auch diejenigen, die zum wiederholten Male bei einem Aikido-Seminar waren, haben wieder viel gelernt über Respekt, Demut, Etikette, Techniken und Inspiration, sogar über die Zuneigung. Wenn sich jemand wie Sensei immer wieder aufmacht, um uns das alles beizubringen und uns diese Möglichkeiten an die Hand zu geben, dann macht mich das sehr dankbar und hat meinen vollen Respekt. Es hat meine Hochachtung und ich bin immer bereit so ein Seminar zu unterstützen.

Sensei hat verschiedene Botschaften an uns für das Training. Zunächst motiviert er uns, hart und ehrlich zu trainieren. Er bittet die Lehrer allen die Möglichkeiten von Aikido nahe zu bringen und die Möglichkeiten zu vermitteln. Natürlich möchte Reynosa-Sensei, daß wir an den Fehlern arbeiten, die wir bei uns oder anderen beobachtet haben und daß wir so üben, daß es im Ernstfalle intuitiv funktioniert. Es gibt noch viele Details mehr, die er uns auf den Weg gibt. All diese Details könnt Ihr miterleben und mittrainieren, in Siegen mit Jürgen-Sensei, in Pirmasens bei Christian-Sensei, oder bei uns in Anrath bei Krefeld. Dazu kommen die Seminare mit Sensei, die Eurer Unterstützung bedürfen und die Seminare, die wir gemeinsam mit den anderen MAK-Dojos alle paar Wochen organisieren.

Die meisten von Euch haben das Seminar gut überstanden und haben viel gelernt. Das alleine ist ein großes Lob wert. Wer sich darüber hinaus aufmacht und das ganze als Motivation erlebt hat, der ist jetzt auf dem Weg zum Experten. Und dieser Weg, die Arbeit und Energie hat unseren Respekt.

Die wichtigste Lektion in meinen Augen: Immer weiter machen und niemals aufgeben!

2 Kommentare

  1. Francisco

    Toller Beitrag, Danke an Peter-sensei.

    Wenn ich meine Eindrücke vom letzten Seminar in einem Satz zusammen fassen sollte, würde ich genauso wie Du gerade so beschreiben:

    „Immer weiter machen und niemals aufgeben!“

    Schöne Grüße an alle
    Francisco

  2. Christian

    Die Motivation nach einem Seminar ist bei mir immer riesig, die Zeit diese zu nutzen immer sehr klein, irgendwann muss ich das noch in Einklang bringen.
    Wenn ich das Seminar auf einen Satz reduzieren müsste, ist es dieses Jahr für mich „Stay on the line!“

    danke Peter-sensei für deinen Beitrag, meiner wird auch noch fertig ;-)

    Christian

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